Lesebestätigungen

Uns erreichen immer wieder Anfragen von Nutzern, die gerne Lesebestätigungen verwenden würden. Lesebestätigungen ermöglichen dem Sender, benachrichtigt zu werden, wenn der Empfänger eine E-Mail öffnet. Wir halten nicht viel von dieser Funktion. Das hat verschiedene Gründe, hauptsächlich aber, dass Lesebestätigungen eine Art des Trackings, also der Nachverfolgung, sind, mit der die Privatsphäre des Empfängers verletzt wird.


Der Sender kann standardmäßig nur erkennen, ob eine E-Mail versendet wurde oder nicht. Wenn eine E-Mail nicht zugestellt werden kann, wird der Sender darüber mit einer sogenannten Bounce Message oder Non-Delivery-Notification informiert. Wenn aber eine E-Mail zugestellt wird, kann der Sender nicht sehen, ob sie vom Empfänger gelesen wurde.


Hintergrund und Standards


Einige E-Mail-Standards, die wir heute benutzen, stammen noch aus der Entstehungszeit von E-Mails in den 70er-Jahren. Eine Lesebestätigung gab es damals noch nicht. Diese Funktion ist also kein Bestandteil des ursprünglichen E-Mail-Protokolls. In den Anfängen des neuen Jahrtausends gab es einige Vorschläge zur Integration von Lesebestätigungen als Standard, diese fielen aber nicht auf fruchtbaren Boden. Nur wenige große E-Mail-Anbieter wie Outlook oder Gmail für Unternehmen und Bildungseinrichtungen bieten diese Funktion an.


Als Sender weiß man nicht, ob der Anbieter des Empfängers überhaupt in der Lage ist, Lesebestätigungen korrekt zu verarbeiten. Selbst wenn wir diese Funktion anbieten würden, gäbe es keine Garantie dafür, dass sie dann auch fehlerfrei funktioniert. Wenn der Anbieter des Empfängers diese Funktion nicht unterstützt, erhält der Sender auch keine Bestätigung. Allein schon dieser Umstand zeigt, wie unzuverlässig Lesebestätigungen sind.


Was bedeutet „gelesen“?


Es gibt keinen branchenweiten Standard, der die Definition von gelesenen E-Mails beschreibt.
Reicht es bereits aus, die E-Mail zu öffnen, wenn auch nur für einen kurzen Moment und ohne sie wirklich zu lesen? Der Empfänger könnte die Nachricht zwischen Tür und Angel überfliegen und schon im nächsten Moment wieder vergessen. Der Sender erhält dann eine Benachrichtigung und glaubt, die E-Mail sei zur Kenntnis genommen worden.

Es gibt auch Vertreter des Standpunkts, dass der Empfänger aktiv auf eine Schaltfläche klicken sollte, um damit anzuzeigen, dass die E-Mail gelesen wurde. Dies kann vergessen oder die Schaltfläche übersehen werden, ist also auch kein zuverlässiges Instrument.


Datenschutz


Ein weiteres großes Problem und der Hauptgrund für StartMail, diese Funktion nicht anzubieten: Datenschutz! Lesebestätigungen sind ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre des Empfängers. Die New York Times hat bereits vor mehr als 20 Jahren darüber berichtet. Der Eingriff in die Privatsphäre durch Lesebestätigungen ist immer wieder Grund für Debatten. 2019 geriet Superhuman in die Schlagzeilen, da der Sender mit sogenannten Tracking-Pixeln sehen konnte, wann, wo und sogar wie oft eine E-Mail geöffnet wurde.


Wir bei StartMail respektieren Ihre Privatsphäre und schützen Ihre Daten. Daher unterbinden wir das Senden von Lesebestätigungen, wenn unsere Nutzer eine E-Mail öffnen. Eine Nachverfolgung mit Tracking-Pixeln unterbinden wir, indem Bilder in E-Mails nicht standardmäßig geöffnet werden. Weitere Informationen dazu haben wir in einem Support-Artikel zusammengefasst.


Wir blockieren das Senden von Lesebestätigungen in unserem System und senden andersherum auch keine Anfragen dafür aus. Und wir möchten, dass das auch so bleibt.


Weitere Informationen


Weitere Informationen zu den Vorschlägen, wie Lesebestätigungen zum Standard werden könnten, erhalten Sie unter folgenden Links: RFC3885
Message Disposition Notification
Weitere Informationen gibt es auch auf Wikipedia.


Noch kein Nutzer von StartMail? Probieren Sie es jetzt für 7 Tage gratis. Haben Sie noch weitere Fragen? Nehmen Sie Kontakt mit unserem Support-Team auf!