Die Geschichte der Kryptographie lässt sich beinahe 4.000 Jahre durch Hieroglyphen im alten Ägypten zurückverfolgen. Obwohl diese Inschriften nicht völlig geheim waren, hatten Sie doch ein wesentliches Element mit der Kryptographie gemein: eine absichtliche Veränderung der Schrift. (Kahn, 1967)

Als der Wunsch nach Geheimhaltung und Privatsphäre wuchs, wurde die Kryptographie zu einer politischen Technologie. Könige und Königinnen konnten ihre Länder regieren und Armeegeneräle ihre Armeen befehligen, ihre Geheimnisse und Strategien wurden durch die Kryptographie vor neugierigen feindlichen Augen geschützt.

Eben dieser Wunsch nach Geheimhaltung führte zu weiteren wissenschaftlichen Durchbrüchen. Für jeden neuen Code, der geschaffen wurde, musste ein neuer Codeknacker her. Das führte zwangsläufig zu erhöhten Investitionen in verschiedene wissenschaftliche Fachbereiche, wie beispielsweise Mathematik, Linguistik und sogar der Quantentheorie. Dadurch folgten technologische Entwicklungen die wir in unserem täglichen Leben verwenden, einschließlich Werkzeugen wie dem modernen Computer.

Da Informationen zu einem immer wertvolleren Gut werden und die Kommunikation die Gesellschaft verändert, wird das Verändern der Nachrichten, heute besser bekannt als Verschlüsselung, eine immer größere Rolle im täglichen Leben spielen. (Kahn, 1967)

Wie hat sich die Kryptographie im Laufe der Jahre entwickelt?

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt uns, dass es schon immer den Wunsch gab, Informationen zu schützen. Es war Erfindungsreichtum gefragt, um diese Informationen geheim zu halten.

Im antiken Griechenland tätowierten die Anführer die Köpfe ihrer Sklaven. Sie warteten, bis deren Haare nachgewachsen waren, bevor sie sie mit wertvollen Informationen an andere Anführer schickten. Natürlich handelte es sich hier nicht um eine vollständige Form der Kryptographie, da die Nachricht lesbar war, sobald sie gefunden wurde. Es unterstreicht aber das frühe Bedürfnis, Informationen zu verstecke

In Verbindung mit dem Römische Reich, denken wir immer an Innovationen und bedeutende Beiträge zu Wissenschaft, Mathematik, Politik und Wirtschaft. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Kaiser Julius Cäsar während seiner Herrschaft ein System entwickelte, um vertrauliche Informationen an seine Truppen zu senden. Er verwendete eine Chiffre bei dem jedem Buchstaben ein anderer Buchstabe zugeordnet wurde. Die Zuordnung konnte immer wieder neu angepasst werden.

Kryptographie im zwanzigsten Jahrhundert: Raum 40 und die Enigma-Chiffre

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs verwendete neben der Regierung auch das Militär Codes und Chiffren, um Informationen zu schützen. Diese waren relativ primitiv und recht leicht zu knacken.

Das britische Militär richtete im Admiralty Building in London ein Hauptquartier ein, um seine Armeen und die Verbündeten zu befehligen. Dort, in Raum 40, sollte Geschichte geschrieben werden, als der deutsche Marinecode geknackt wurde. Das war ausschlaggebend für den Sieg.

Im Jahr 1918 veränderte ein deutscher Elektroingenieur namens Arthur Scherbius die Kryptographie. Er erfand eines der gefürchtetsten Verschlüsselungssysteme der Geschichte namens Enigma.

Mit seinem technischen Hintergrundwissen nahm er die antike Chiffre, passte sie an die moderne Zeit an und ersetzte damit die im Ersten Weltkrieg verwendeten Papier- und Bleistiftchiffren. Er war überzeugt davon, dass seine Technologie undurchschaubar sei und dass sie deshalb beim Militär und in der Geschäftswelt sehr gut ankäme.

1923 enthüllte Winston Churchill in seiner Publikation “The World Crisis”, wie der britische Geheimdienst in Raum 40 Zugang zu wertvollem deutschem kryptografischem Material erhielt und es schließlich knackte. Dies machte den Deutschen ihren Mangel an Kommunikationssicherheit bewusst. Diese Erkenntnis führte dazu, dass bis 1929 über 30.000 Enigma-Maschinen angeschafft wurden.

Im Gegensatz zum vorherigen Krieg würde man für diese Chiffren nicht nur Linguisten und Lexikographen, sondern auch Mathematiker benötigen. “Es sah so aus, als ob diese Maschine eine entscheidende Rolle für den Sieg der Nazis spielen würde, stattdessen war sie letztendlich aber Teil von Hitlers Untergang.” (Sing, 1999).

Die Wissenschaft, die hinter dem Entschlüsseln von Enigma stand, führte zur Entwicklung von Colossus in Bletchley Park. Dabei handelte es sich um eine elektromechanische Maschine, die dabei half, die im Feld gesammelten Informationen und Buchhaltungsanwendungen zusammenzufassen. Innovationen wie diese würden eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des elektronischen Computers spielen.

PGP-Verschlüsselung – die Kryptographie der Neuzeit

Durch das Internet erhielt der Mensch die Möglichkeit auf einfache Weise an Informationen zu gelangen. Doch als sich diese Technologie weiterentwickelte und immer mehr in den persönlichen Bereich eindrang, wuchs damit auch die Gefahr, dass unsere privaten Informationen in fremde Hände geraten.

Ursprünglich wurde PGP oder Pretty Good Privacy als Verschlüsselungsverfahren zum Schutz der Daten von Menschenrechtsaktivisten eingesetzt. Der Erfinder Phil Zimmermann glaubte, dass jeder das Recht auf Privatsphäre hat. Um jedem den Zugang zu ermöglichen, stellte er seine Technologie als Open-Source zur Verfügung.

Heute wird PGP auf der ganzen Welt für private Nachrichten und Transaktionen verwendet. Von Ihrer E-Mail bis zu Ihrem Geldautomaten, überall wird PGP verwendet, um die Sicherheit der Kunden zu gewährleisten. “In den letzten Jahren hat sich eine starke Verschlüsselung in der Weltwirtschaft etabliert, und es war PGP, das den Weg dafür geebnet hat” (Zimmermann, 2020).

Die PGP-Verschlüsselung verwendet eine Kombination aus zwei Verschlüsselungstypen: symmetrische Verschlüsselung und Public-Key-Verschlüsselung; “PGP zeichnete sich dadurch aus, dass es einen Standardweg zur Verschlüsselung von E-Mails bot. Egal, welches E-Mail-System Sie verwenden, das PGP-Protokoll kann E-Mails auf Ihrem Computer verschlüsseln und sicherstellen, dass nur der Absender und der Empfänger sie entziffern können.” (Phil Dunkelberger, 2020)

Die PGP-Verschlüsselung ist eine wichtige Sicherheitsfunktion des E-Mail-Dienstes von StartMail – sie verschlüsselt den Inhalt Ihrer Nachrichten, so dass er von niemandem außer dem Absender und dem vorgesehenen Empfänger gelesen werden kann. Verschlüsselte E-Mails sind ein wesentlicher Schritt zum Schutz Ihrer Online-Privatsphäre. Verwenden Sie StartMail, um Ihre E-Mails mit starker Verschlüsselung zu schützen. Starten Sie Ihre 7-Tage-Testversion noch heute!

Quellen:

Kahn, David (1967) “The Codebreakers.” New York, Simon & Shuster.

Singh, Simon (1999). “The code book: the evolution of secrecy from Mary, Queen of Scots, to quantum cryptography.” London. Doubleday.